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Hinweis

Diese Antwort dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Prüfung des konkreten Einzelfalls. Maßgeblich sind die aktuellen Vorschriften und betrieblichen Bedingungen.

Stand: Juli 2026 Redaktionelle Hinweise
Atemschutz

Was müssen Betriebe bei hohen Ozonwerten und Außenarbeit beachten?

5 Min. Lesezeit · SafeHeroX Wissensdatenbank

Auf einen Blick

Bei hohen Ozonwerten sollten Betriebe Außenarbeiten prüfen und gegebenenfalls anpassen, weil bodennahes Ozon die Atemwege reizen und die körperliche Belastung erhöhen kann. Besonders betroffen sind Beschäftigte, die im Freien körperlich arbeiten, zum Beispiel im Bau, Garten- und Landschaftsbau, Straßenunterhalt, Forst, Landwirtschaft, Logistik, Sportanlagenpflege oder bei Arbeiten auf großen Freiflächen. Sinnvoll sind Wetter- und Ozonwarnungen, angepasste Arbeitszeiten, geringere körperliche Belastung, Pausen, ausreichendes Trinken und besondere Rücksicht auf empfindliche Personen.

Ozon ist im Sommer ein wichtiges Thema für den Arbeitsschutz im Freien. Es entsteht bodennah vor allem bei intensiver Sonneneinstrahlung aus Vorläuferstoffen in der Luft.

Hohe Ozonwerte treten häufig an warmen, sonnigen und windarmen Tagen auf. Besonders am Nachmittag können die Werte ansteigen.

Für Beschäftigte im Freien ist das relevant, weil sie während der Arbeit oft länger draußen bleiben und sich körperlich stärker belasten als Personen in Freizeit oder Büro.

Ozon kann die Atemwege reizen. Beschwerden können zum Beispiel Hustenreiz, Kratzen im Hals, Druckgefühl in der Brust, Atembeschwerden, Kopfschmerzen oder Leistungsminderung sein.

Je stärker die körperliche Arbeit, desto mehr Luft wird eingeatmet. Dadurch kann die Belastung durch Ozon bei schwerer Außenarbeit stärker ins Gewicht fallen.

Besonders empfindlich können Menschen mit Atemwegserkrankungen, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder erhöhter Empfindlichkeit reagieren.

Der Arbeitgeber muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung prüfen, ob hohe Ozonwerte bei der Tätigkeit eine relevante Belastung darstellen können.

Dabei sollte Ozon nicht isoliert betrachtet werden. An heißen Sommertagen kommen oft Hitze, UV-Strahlung, körperliche Belastung, Flüssigkeitsverlust und Ozon zusammen.

Sinnvoll ist es, aktuelle Wetter- und Luftqualitätsinformationen zu beachten. Dazu können Ozonwerte, Hitzewarnungen, UV-Index und lokale Wetterprognosen gehören.

Wenn hohe Ozonwerte erwartet werden, können schwere körperliche Arbeiten möglichst in die kühleren Morgenstunden verlegt werden.

Auch Pausen, Arbeitswechsel, Schattenplätze und geringere Arbeitsintensität können helfen, die Gesamtbelastung zu senken.

Bei sehr belastenden Tätigkeiten im Freien sollte geprüft werden, ob Arbeiten verschoben, verkürzt oder organisatorisch anders geplant werden können.

Beschäftigte sollten ausreichend trinken. Flüssigkeitsmangel kann die Belastung durch Hitze und körperliche Arbeit zusätzlich verschärfen.

Wichtig ist auch, Beschwerden ernst zu nehmen. Atembeschwerden, Schwindel, starke Erschöpfung oder Brustdruck sollten nicht ignoriert werden.

Führungskräfte sollten Beschäftigte über hohe Ozonwerte informieren, wenn diese für die Arbeit relevant sind.

Beschäftigte müssen wissen, welche Maßnahmen gelten, wo sie aktuelle Informationen finden und wann sie Beschwerden melden sollen.

Ein einfacher Sommerarbeitsplan kann Ozon, Hitze und UV-Schutz gemeinsam berücksichtigen. So entstehen keine getrennten Einzelmaßnahmen, sondern ein verständliches Schutzkonzept.

Zusammengefasst gilt: Hohe Ozonwerte können Außenarbeit zusätzlich belasten. Betriebe sollten deshalb an heißen, sonnigen Tagen nicht nur an Hitze und UV-Schutz denken, sondern auch an Luftqualität und Atemwegsbelastung.

Praxis-Tipp:
Prüfen Sie an heißen Sommertagen morgens nicht nur die Temperatur, sondern auch UV-Index und Ozonprognose. Schwere Außenarbeiten sollten möglichst in die frühen Tagesstunden gelegt werden.

Was ist bodennahes Ozon?

Bodennahes Ozon ist ein Luftschadstoff, der sich bei starker Sonneneinstrahlung aus Vorläuferstoffen bilden kann. Es ist nicht dasselbe wie die schützende Ozonschicht in der Atmosphäre.

Warum ist Ozon bei Außenarbeit problematisch?

Bei Außenarbeit wird häufig länger und körperlich intensiver gearbeitet. Dadurch steigt das Atemvolumen, und Ozon kann die Atemwege stärker belasten.

Wer ist bei hohen Ozonwerten besonders gefährdet?

Besonders empfindlich können Beschäftigte mit Atemwegserkrankungen, Asthma, Herz-Kreislauf-Problemen oder erhöhter Empfindlichkeit reagieren. Auch schwere körperliche Arbeit im Freien erhöht die Belastung.

Was kann der Betrieb bei hohen Ozonwerten tun?

Mögliche Maßnahmen sind Arbeitszeitverlagerung in die Morgenstunden, Reduzierung schwerer körperlicher Arbeit am Nachmittag, zusätzliche Pausen, Schattenplätze, ausreichende Getränke und Information der Beschäftigten.

Muss der Arbeitgeber Ozonwerte täglich prüfen?

Nicht jeder Betrieb muss täglich Ozonwerte dokumentieren. Bei regelmäßiger Außenarbeit in den Sommermonaten ist es aber sinnvoll, Wetter-, Hitze-, UV- und Ozoninformationen in die Arbeitsplanung einzubeziehen.

Gehört Ozon in die Gefährdungsbeurteilung?

Ja, wenn Beschäftigte regelmäßig im Freien arbeiten und hohe Ozonwerte zusammen mit Hitze, Sonne oder schwerer körperlicher Arbeit eine relevante Belastung darstellen können.

Welche Vorschriften und Informationen sind maßgeblich?

Die wichtigsten Grundlagen ergeben sich insbesondere aus dem Arbeitsschutzgesetz, der Gefährdungsbeurteilung, der Arbeitsorganisation bei Außenarbeit, dem Schutz vor Hitze und UV-Strahlung sowie aus Informationen zur Luftqualität und Gesundheitsbelastung durch Ozon.

Ergänzende Fachinformationen bieten insbesondere:

Umweltbundesamt – Gesundheitsrisiken durch Ozon
https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/umwelt-gesundheit/gesundheitsrisiken-durch-ozon

Umweltbundesamt – Ozon als Luftschadstoff
https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe-im-ueberblick/ozon

BAuA – Empfehlungen für die Arbeit an heißen Sommertagen
https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung/Physikalische-Faktoren/Klima-am-Arbeitsplatz/Sommertipps

DGUV Information 203-085 – Arbeiten unter der Sonne
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/3049

DGUV – Hitze- und UV-Schutz bei der Arbeit im Freien
https://forum.dguv.de/ausgabe-7-2020/hitze-und-uv-schutz-bei-der-arbeit-im-freien/

BG BAU – Sonne und Hitze am Arbeitsplatz
https://www.bgbau.de/themen/sicherheit-und-gesundheit/uv-strahlung-hitze/sonne-und-hitze-mit-diesen-massnahmen-verhindern-sie-hitzebedingte-erkrankungen-am-arbeitsplatz

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