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Hinweis

Diese Antwort dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Prüfung des konkreten Einzelfalls. Maßgeblich sind die aktuellen Vorschriften und betrieblichen Bedingungen.

Stand: Juli 2026 Redaktionelle Hinweise
Atemschutz

Was tun bei hoher Ozonbelastung bei Arbeiten im Freien?

8 Min. Lesezeit · SafeHeroX Wissensdatenbank

Auf einen Blick

Bei hoher Ozonbelastung sollten körperlich anstrengende Arbeiten im Freien möglichst reduziert, verlagert oder besser organisiert werden. Besonders betroffen sind Beschäftigte, die im Sommer draußen schwer arbeiten, zum Beispiel auf Baustellen, in der Landwirtschaft, im Garten- und Landschaftsbau, in der Logistik, im Straßenbau oder bei Instandhaltung. Wichtig sind aktuelle Ozonwerte, angepasste Arbeitszeiten, geringere körperliche Belastung, Pausen, geeignete Unterweisung und besondere Rücksicht auf empfindliche Personen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Problemen.

Ozon wird im Arbeitsschutz oft weniger beachtet als Hitze oder UV-Strahlung. Dabei kann bodennahes Ozon gerade an sonnigen, warmen Sommertagen ein relevantes Gesundheitsrisiko sein.

Wichtig ist die Unterscheidung: Es gibt Ozon in der oberen Atmosphäre, das vor UV-Strahlung schützt. Und es gibt bodennahes Ozon, das als Luftschadstoff problematisch sein kann.

Bodennahes Ozon entsteht nicht einfach direkt aus einem Auspuff oder einer Maschine. Es bildet sich unter Einfluss von Sonnenlicht aus Vorläuferstoffen, zum Beispiel Stickoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen.

Besonders hohe Ozonwerte treten häufig bei sonnigem, warmem und stabilem Sommerwetter auf. Deshalb gehört Ozonbelastung eng zu den aktuellen Themen Klimawandel, Hitzeperioden und Arbeit im Freien.

Für Beschäftigte im Freien ist Ozon vor allem deshalb kritisch, weil bei körperlicher Arbeit mehr und tiefer geatmet wird. Dadurch gelangt mehr Ozon in die Atemwege und Lunge.

Mögliche Beschwerden sind gereizte Augen, Husten, Kratzen im Hals, Kopfschmerzen, Atemwegsreizungen, Druckgefühl in der Brust, Leistungsminderung oder eine verminderte Lungenfunktion.

Besonders empfindlich können Menschen mit Asthma, chronischen Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder erhöhter Reizbarkeit der Atemwege reagieren.

Auch gesunde Beschäftigte können Beschwerden bekommen, wenn sie bei hoher Ozonbelastung längere Zeit schwer körperlich arbeiten.

Typische betroffene Tätigkeiten sind Straßenbau, Dacharbeiten, Gerüstbau, Garten- und Landschaftsbau, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Baustellenlogistik, Montage im Freien, Außenreinigung, Lieferdienste, Hofarbeiten oder Instandhaltung im Außenbereich.

Ozon ist tückisch, weil man es nicht zuverlässig wahrnimmt. Hohe Belastung kann bestehen, obwohl es einfach nur nach einem normalen sonnigen Sommertag aussieht.

Deshalb sollten Betriebe nicht nur auf das Gefühl der Beschäftigten vertrauen, sondern aktuelle Luftqualitäts- und Ozoninformationen nutzen.

In Deutschland gibt es für Ozon eine Informationsschwelle und eine Alarmschwelle. Ab der Informationsschwelle werden Verhaltensempfehlungen veröffentlicht. Spätestens dann sollten Betriebe prüfen, ob körperlich schwere Außenarbeiten angepasst werden müssen.

Für den Arbeitsschutz bedeutet das: Ozon sollte in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden, wenn Beschäftigte im Freien arbeiten und hohe Ozonbelastungen realistisch auftreten können.

Das betrifft besonders Tätigkeiten in den Sommermonaten, bei langer Aufenthaltsdauer im Freien, hoher körperlicher Belastung oder zusätzlicher Hitze- und UV-Belastung.

Die wichtigste Maßnahme ist organisatorisch. Anders als bei Staub, Lärm oder Gefahrstoffen im Betrieb lässt sich bodennahes Ozon im Freien kaum technisch „absaugen“ oder vollständig abschirmen.

Deshalb sollten schwere körperliche Arbeiten möglichst in ozonärmere Zeiten verlegt werden. Häufig sind die Morgenstunden günstiger als der spätere Nachmittag.

Körperlich schwere Tätigkeiten sollten bei hoher Ozonbelastung reduziert, verlangsamt oder zeitlich verschoben werden, wenn das möglich ist.

Auch Tätigkeitswechsel kann helfen. Beschäftigte können zwischen schweren Außenarbeiten und weniger belastenden Tätigkeiten wechseln, damit nicht einzelne Personen über längere Zeit besonders stark belastet werden.

Pausen sind ebenfalls wichtig. Sie sollten nicht in der prallen Sonne und nicht an stark belasteten Bereichen stattfinden, sondern möglichst in kühleren, geschützten oder innenliegenden Bereichen.

Bei hoher Ozonbelastung sollte außerdem die Kombination mit Hitze betrachtet werden. Hitze belastet Kreislauf und Konzentration, Ozon belastet Atemwege und Lunge. Zusammen kann das deutlich anstrengender sein als jeder Faktor allein.

Auch UV-Strahlung kommt häufig gleichzeitig dazu. Ein Sommertag mit Sonne, hoher Temperatur und hoher Ozonbelastung kann also mehrere Arbeitsschutzthemen gleichzeitig auslösen.

Deshalb reicht es nicht, nur Sonnencreme bereitzustellen. Ein sinnvoller Sommer-Arbeitsschutzplan sollte Hitze, UV-Strahlung und Ozon gemeinsam berücksichtigen.

Beschäftigte sollten unterwiesen werden. Sie müssen wissen, was Ozon ist, wann es kritisch werden kann, wo aktuelle Werte geprüft werden und welche Beschwerden ernst genommen werden müssen.

Wichtige Warnzeichen sind Atembeschwerden, starker Husten, Engegefühl in der Brust, Schwindel, starke Kopfschmerzen, ungewöhnliche Erschöpfung oder deutliche Leistungsminderung.

Wenn Beschäftigte solche Beschwerden bei Außenarbeit entwickeln, sollte die Tätigkeit unterbrochen und die Situation geprüft werden.

Besonders empfindliche Beschäftigte sollten geschützt werden. Das bedeutet nicht, dass private Diagnosen offengelegt werden müssen. Aber der Betrieb sollte ermöglichen, dass Betroffene sich melden und passende Maßnahmen vereinbart werden können.

Arbeitsmedizinische Beratung kann sinnvoll sein, wenn regelmäßig bei Hitze, UV-Strahlung und möglichen Ozonspitzen im Freien gearbeitet wird.

Auch Führungskräfte brauchen klare Entscheidungshilfen. Sie sollten nicht erst reagieren, wenn Beschäftigte über Beschwerden klagen, sondern bei angekündigten hohen Ozonwerten vorab planen.

Eine einfache betriebliche Regel kann sein: Wenn hohe Ozonwerte gemeldet werden, werden schwere Außenarbeiten geprüft, Arbeiten möglichst in den Vormittag verlegt, Pausen angepasst und besonders belastende Tätigkeiten reduziert.

Auch Fahrzeuge, Maschinen und Arbeitsprozesse sollten betrachtet werden. Abgase und bestimmte Emissionen können zur Bildung von Ozon-Vorläuferstoffen beitragen. Direkt am Arbeitsplatz geht es aber vor allem darum, Beschäftigte vor der vorhandenen Außenluftbelastung zu schützen.

Wichtig ist außerdem die Abgrenzung zu prozessbedingt erzeugtem Ozon. Ozon kann auch technisch entstehen, zum Beispiel bei Ozonanlagen, UV-Anlagen, Wasseraufbereitung oder bestimmten industriellen Verfahren.

Bei technisch erzeugtem Ozon handelt es sich nicht nur um ein Umweltthema, sondern um eine konkrete Gefahrstoff- beziehungsweise Anlagengefährdung. Dann sind technische Schutzmaßnahmen, Lüftung, Dichtheit, Messung, Betriebsanweisung und spezielle Schutzmaßnahmen erforderlich.

Bei bodennahem Ozon im Freien stehen dagegen vor allem organisatorische Maßnahmen im Vordergrund: Arbeitszeit, Arbeitsdauer, körperliche Belastung, Pausen und Information.

Ein häufiger Fehler ist, Ozon nur als Thema für Sport oder Freizeit zu sehen. Beschäftigte im Freien können viel stärker betroffen sein, weil sie nicht freiwillig kurz draußen sind, sondern über Stunden körperlich arbeiten.

Ein weiterer Fehler ist, Ozon nur bei extremer Hitze zu beachten. Hohe Ozonwerte hängen zwar oft mit sonnigem Sommerwetter zusammen, aber die tatsächliche Luftqualität sollte trotzdem geprüft werden.

Praktisch kann der Betrieb aktuelle Ozonwerte über offizielle Luftqualitätsdienste oder Apps prüfen. Sinnvoll ist, diese Prüfung in die tägliche Sommerplanung einzubauen.

Für Baustellen, Außenmontage oder Landwirtschaft kann zum Beispiel morgens entschieden werden, welche Arbeiten vorgezogen, verschoben oder anders organisiert werden.

Auch Beschäftigte sollten wissen, dass „schneller fertig werden“ bei hoher Ozon- und Hitzebelastung nicht immer sicher ist. Ein zu hohes Arbeitstempo erhöht Atemvolumen und körperliche Belastung.

Schutzmaßnahmen müssen realistisch sein. Wenn Termine, Akkorddruck oder Personalmangel dazu führen, dass Beschäftigte trotz hoher Ozonwerte schwer weiterarbeiten, bleibt der Arbeitsschutz nur auf dem Papier.

Zusammengefasst gilt: Hohe Ozonbelastung bei Arbeiten im Freien ist ein aktuelles Arbeitsschutzthema. Betriebe sollten aktuelle Werte beobachten, körperlich schwere Außenarbeiten anpassen, empfindliche Personen schützen und Ozon gemeinsam mit Hitze und UV-Strahlung in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen.

Praxis-Tipp:
Legen Sie für Sommermonate eine einfache Ozon-Regel fest: Bei angekündigt hohen Ozonwerten schwere Außenarbeiten möglichst in den Vormittag legen, Arbeitstempo reduzieren, Pausen schützen und Beschäftigte über Warnzeichen informieren.

Welche Beschwerden kann Ozon verursachen?

Ozon kann Augen und Atemwege reizen. Mögliche Beschwerden sind Husten, Kopfschmerzen, Halskratzen, Atembeschwerden, Engegefühl in der Brust und verminderte Leistungsfähigkeit.

Warum ist körperliche Arbeit bei hoher Ozonbelastung problematisch?

Bei körperlicher Anstrengung atmen Beschäftigte mehr Luft ein. Dadurch kann auch mehr Ozon in die Atemwege gelangen. Die gesundheitliche Wirkung kann sich deshalb bei schwerer Arbeit im Freien verstärken.

Wann sind Ozonwerte besonders hoch?

Hohe Ozonwerte treten vor allem an sonnigen, warmen Sommertagen auf. Häufig steigen die Werte im Tagesverlauf an. Deshalb können organisatorische Maßnahmen wie Arbeitsverlagerung in die Morgenstunden sinnvoll sein.

Welche Beschäftigten sind besonders gefährdet?

Besonders gefährdet können Beschäftigte mit Asthma, chronischen Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Problemen oder erhöhter Empfindlichkeit der Atemwege sein. Auch schwere körperliche Arbeit erhöht die Belastung.

Welche Maßnahmen helfen bei hoher Ozonbelastung?

Hilfreich sind vor allem organisatorische Maßnahmen: schwere Arbeiten verschieben, Arbeitszeiten anpassen, Arbeitstempo reduzieren, Pausen ermöglichen, Tätigkeiten wechseln und aktuelle Ozonwerte beachten.

Ist Ozon dasselbe wie Hitze?

Nein. Hitze und Ozon sind unterschiedliche Belastungen, treten im Sommer aber häufig gemeinsam auf. Hitze belastet vor allem Kreislauf und Temperaturregulation, Ozon reizt vor allem Atemwege und Lunge.

Was ist der Unterschied zwischen bodennahem Ozon und technisch erzeugtem Ozon?

Bodennahes Ozon ist ein Luftschadstoff im Freien. Technisch erzeugtes Ozon entsteht zum Beispiel bei Ozonanlagen, UV-Anlagen oder bestimmten Verfahren. Bei technisch erzeugtem Ozon müssen zusätzlich Gefahrstoff- und Anlagenschutzmaßnahmen geprüft werden.

Welche Vorschriften und Informationen sind maßgeblich?

Wichtige Grundlagen sind das Arbeitsschutzgesetz, die Gefährdungsbeurteilung, die arbeitsmedizinische Vorsorge bei besonderen Belastungen, aktuelle Informationen zur Luftqualität sowie Empfehlungen von Umweltbundesamt, DGUV, BAuA und Berufsgenossenschaften. Bei technisch erzeugtem Ozon können zusätzlich Gefahrstoffrecht, Betriebsanweisungen, technische Schutzmaßnahmen und spezielle Regeln für Ozonanlagen relevant sein.

Ergänzende Fachinformationen bieten insbesondere:

Umweltbundesamt – Ozon
https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe-im-ueberblick/ozon

Umweltbundesamt – Wirkungen von Luftschadstoffen auf die Gesundheit
https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/wirkungen-von-luftschadstoffen/wirkungen-auf-die-gesundheit

Umweltbundesamt – Gesundheitsrisiken durch Ozon
https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/umwelt-gesundheit/gesundheitsrisiken-durch-ozon

DGUV / IFA – Arbeitsschutz bei erhöhten Ozonkonzentrationen im Freien
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/2166

BG ETEM – Arbeitsschutz im Klimawandel
https://www.bgetem.de/arbeitssicherheit-gesundheitsschutz/themen-von-a-z-1/arbeitsschutz-im-klimawandel

BAuA – Klimawandel und Arbeitsschutz
https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung/Klimawandel-und-Arbeitsschutz

Umweltbundesamt – Arbeits- und Gesundheitsschutz für Outdoor-Worker
https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/werkzeuge-der-anpassung/tatenbank/arbeits-gesundheitsschutz-fuer-outdoor-worker

Arbeitsschutzgesetz – § 5 Gefährdungsbeurteilung
https://www.gesetze-im-internet.de/arbschg/__5.html

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