GBU
verständlich & praxisnah
In 7 Schritten Gefährdungen erkennen, Risiken bewerten und wirksame Maßnahmen nach dem STOP-Prinzip ableiten.
Die 7 Schritte der Gefährdungsbeurteilung
Die Gefährdungsbeurteilung hilft Unternehmen, Gefahren am Arbeitsplatz frühzeitig zu erkennen, Risiken zu bewerten und passende Schutzmaßnahmen festzulegen. Besonders im Büro spielen Ergonomie, Bildschirmarbeit, Beleuchtung, Stolperstellen und psychische Belastungen eine wichtige Rolle.
7 Schritte
für mehr Sicherheit
01Arbeitsbereiche festlegen
Büro, Empfang, Homeoffice
02Gefährdungen erkennen
Kabel, Licht, Bildschirm
03Risiken bewerten
Rücken, Augen, Nacken
04Schutzmaßnahmen planen
Stuhl, Tisch, Monitor
05Maßnahmen umsetzen
Arbeitsplatz verbessern
06Wirksamkeit prüfen
Kontrolle im Alltag
07Dokumentieren
GBU aktualisieren
Warum ist die Gefährdungsbeurteilung im Büro wichtig?
Auch Büroarbeitsplätze sind nicht frei von Risiken. Eine gut durchgeführte Gefährdungsbeurteilung im Büro unterstützt den Arbeitsschutz, verbessert die Ergonomie am Arbeitsplatz und hilft, Beschwerden durch Bildschirmarbeit, falsches Sitzen, ungünstige Beleuchtung oder fehlende Bewegung zu vermeiden.
Unternehmen schaffen damit eine wichtige Grundlage für Prävention, Gesundheitsschutz und sichere Arbeitsbedingungen. Die Gefährdungsbeurteilung sollte regelmäßig überprüft und bei Veränderungen im Arbeitsumfeld angepasst werden.
Risiken früh erkennen
Gefährdungen entstehen oft im Zusammenspiel aus Ergonomie, Organisation, Umgebung und Verhalten.
Typische ergonomische Gefährdungen
Der Klassiker im Büro – harmlos wirkend, langfristig belastend.
Ergonomische Gefährdungen
Langes Sitzen, falsche Einstellungen oder ungeeignete Arbeitsmittel führen häufig zu Beschwerden an Rücken, Nacken oder Handgelenken.
Belastungen entstehen oft schleichend.Persönliche Schutzausrüstung
Schützt – aber nur, wenn sie richtig ausgewählt und genutzt wird.
Gefährdungen mit PSA-Bezug
Ungeeignete oder falsch genutzte Schutzausrüstung kann die Schutzwirkung deutlich reduzieren.
PSA muss passen, verstanden und korrekt genutzt werden.Arbeitsumgebung
Licht, Lärm und Klima wirken stärker, als man denkt.
Umweltbedingte Gefährdungen
Beleuchtung, Lärm und Raumklima beeinflussen Konzentration, Wohlbefinden und Gesundheit.
Die Umgebung prägt die Belastung jeden Tag.Arbeitsmittel & Ausstattung
Kleine Mängel, große Wirkung.
Gefährdungen durch Arbeitsmittel
Defekte, ungeeignete oder falsch eingesetzte Arbeitsmittel können zu Fehlbelastungen oder Unfällen führen.
Arbeitsmittel müssen geeignet und intakt sein.Organisation & Pausen
Ergonomie endet nicht beim Möbelstück.
Organisatorische Gefährdungen
Arbeitsabläufe, Pausenregelungen und Tätigkeitswechsel beeinflussen die Belastung am Arbeitsplatz.
Gute Organisation reduziert Fehlbelastungen.Psychische Belastung
Nicht sichtbar – aber spürbar.
Psychische Gefährdungen
Zeitdruck, Störungen oder hohe Anforderungen können langfristig zu Stress und Erschöpfung führen.
Psychische Belastungen gehören zur Gefährdungsbeurteilung.Stolpern & Rutschen
Unfälle passieren oft im Vorbeigehen.
Unfallgefährdungen
Unübersichtliche Wege, lose Kabel oder rutschige Böden erhöhen das Unfallrisiko.
Sichere Wege verhindern viele Alltagsunfälle.Hygiene & Infektionsschutz
Situationsabhängig – aber wichtig.
Hygienebedingte Gefährdungen
Gemeinsam genutzte Arbeitsmittel, Reinigung und Hygienemaßnahmen können je nach Tätigkeit relevant sein.
Hygiene schützt Beschäftigte und Abläufe.Schutzmaßnahmen richtig priorisieren
Das STOP-Prinzip zeigt, in welcher Reihenfolge Schutzmaßnahmen geplant werden sollten: Zuerst Gefahr vermeiden, dann technisch absichern, organisatorisch regeln und erst zuletzt persönliche Schutzausrüstung einsetzen.
S
Priorität 1Substitution
Gefahr ersetzen oder vollständig vermeiden.
Substitution
Gefahr ersetzen oder vollständig vermeiden.
T
Priorität 2Technische Maßnahmen
Gefahren direkt an der Quelle reduzieren.
Technische Maßnahmen
Gefahren direkt an der Quelle reduzieren.
O
Priorität 3Organisatorische Maßnahmen
Abläufe, Zuständigkeiten und Regeln festlegen.
Organisatorische Maßnahmen
Abläufe, Zuständigkeiten und Regeln festlegen.
P
Priorität 4Persönliche Schutzmaßnahmen
PSA nutzen, wenn Restrisiken bleiben.
Persönliche Schutzmaßnahmen
PSA nutzen, wenn Restrisiken bleiben.
Je weiter oben die Maßnahme steht, desto wirksamer ist sie im Arbeitsschutz.
Von der Bewertung zur wirksamen Maßnahme
Nach der Gefährdungsbeurteilung müssen Schutzmaßnahmen nicht nur geplant, sondern verständlich umgesetzt, kontrolliert und regelmäßig verbessert werden.
Arbeitsplatz verbessern
Bildschirmhöhe, Sitzposition, Arbeitsfläche und Bewegungsmöglichkeiten anpassen, um Belastungen zu reduzieren.
Beispiel: ergonomischer Stuhl, Monitorhöhe, höhenverstellbarer TischRisiken gezielt senken
Organisatorische Schutzmaßnahmen und passende PSA einsetzen, wenn Gefährdungen nicht vollständig beseitigt werden können.
Beispiel: Sicherheitsschuhe, Gehörschutz, Atemschutz, klare RegelnAnwendung sicherstellen
Maßnahmen müssen verstanden und im Arbeitsalltag konsequent angewendet werden. Unterweisungen und Kontrollen sichern die Wirkung.
Beispiel: Unterweisung, Kontrolle, Anpassung bei VeränderungenGefährdungsbeurteilung wird erst durch Umsetzung wirksam
Eine Gefährdungsbeurteilung ist mehr als eine Dokumentationspflicht. Sie zeigt, welche Gefährdungen bestehen, welche Risiken bewertet werden müssen und welche Maßnahmen im Betrieb wirklich helfen. Entscheidend ist, dass die festgelegten Schutzmaßnahmen im Arbeitsalltag angewendet, kontrolliert und regelmäßig verbessert werden.
Was daraus entsteht
Durch eine gut umgesetzte Gefährdungsbeurteilung lassen sich Arbeitsbedingungen gezielt verbessern. Dazu gehören ergonomische Arbeitsplätze, klare organisatorische Regeln, geeignete Schutzausrüstung und regelmäßige Unterweisungen.