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Hinweis

Diese Antwort dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Prüfung des konkreten Einzelfalls. Maßgeblich sind die aktuellen Vorschriften und betrieblichen Bedingungen.

Stand: Juli 2026 Redaktionelle Hinweise
Arbeitsschutz

Wie schützt man Beschäftigte bei Außenarbeit vor Zecken und Insekten?

4 Min. Lesezeit · SafeHeroX Wissensdatenbank

Auf einen Blick

Beschäftigte sollten bei Außenarbeit vor Zecken und Insekten geschützt werden, wenn sie in Gras, Gebüsch, Wald, Parks, Grünanlagen, Landwirtschaft, Gartenbau oder ähnlichen Bereichen arbeiten. Wichtig sind geeignete Kleidung, geschlossene Schuhe, lange Hosen, regelmäßige Körperkontrolle, klare Unterweisung, gegebenenfalls Repellents und ein sinnvoller Umgang mit Stichen oder Zeckenbissen. Besonders relevant ist das für Garten- und Landschaftsbau, Forst, Landwirtschaft, Bauhöfe, Straßenunterhaltung, Vermessung, Pflege von Außenanlagen und Arbeiten in naturnahen Bereichen.

Außenarbeit bringt besondere Gefährdungen mit sich. Neben Hitze, UV-Strahlung und Wetter können auch Zecken, Mücken, Wespen, Bienen oder andere Insekten eine Rolle spielen.

Zecken sind besonders relevant, weil sie Krankheitserreger übertragen können. Sie sitzen häufig in hohem Gras, Gebüsch, Laub, Waldrändern oder naturnahen Grünflächen.

Beschäftigte, die regelmäßig in solchen Bereichen arbeiten, sollten wissen, wie sie Zecken vermeiden, erkennen und richtig entfernen.

Ein wichtiger Schutz ist geeignete Kleidung. Lange Hosen, geschlossene Schuhe und möglichst eng anliegende Kleidung erschweren Zecken den Zugang zur Haut.

Helle Kleidung kann helfen, Zecken schneller zu erkennen. Nach Arbeiten in Risikobereichen sollte der Körper kontrolliert werden, besonders Kniekehlen, Achseln, Leisten, Bauchbereich, Nacken und Haaransatz.

Zecken sollten möglichst früh entfernt werden. Dabei ist wichtig, sie nicht zu quetschen und keine Hausmittel wie Öl oder Klebstoff zu verwenden.

Auch Insektenstiche können problematisch sein. Für die meisten Menschen sind sie unangenehm, aber nicht gefährlich. Bei Allergien können sie jedoch zu schweren Reaktionen führen.

Betriebe sollten deshalb wissen, ob bei bestimmten Beschäftigten bekannte schwere Insektengiftallergien bestehen, soweit diese Information freiwillig mitgeteilt wird und für den Arbeitsschutz relevant ist.

Besonders vorsichtig sollte man in der Nähe von Nestern, Abfallbehältern, süßen Getränken, Essensresten oder blühenden Pflanzen sein.

Bei Arbeiten in Bereichen mit vielen Wespen, Bienen oder Hornissen sollte geprüft werden, ob Arbeiten verschoben, abgesichert oder anders organisiert werden können.

Repellents können unterstützen, ersetzen aber keine Schutzkleidung und keine Kontrolle nach der Arbeit. Sie sollten nur nach Herstellerangaben verwendet werden.

Auch Erste-Hilfe-Regeln gehören dazu. Beschäftigte sollten wissen, wann ein Stich normal beobachtet werden kann und wann medizinische Hilfe nötig ist.

Warnzeichen sind zum Beispiel Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Hals, Kreislaufprobleme, starker Schwindel, großflächige Hautreaktionen oder Beschwerden nach einem Zeckenbiss.

Der Arbeitgeber muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung prüfen, ob Zecken oder Insekten bei der Tätigkeit ein relevantes Risiko darstellen.

Daraus können Unterweisungen, geeignete Kleidung, organisatorische Maßnahmen, Erste-Hilfe-Regeln und Hinweise zur arbeitsmedizinischen Beratung entstehen.

Auch saisonale Planung ist sinnvoll. Zecken und Insekten treten besonders in wärmeren Monaten auf, können aber je nach Wetter und Region unterschiedlich aktiv sein.

Zusammengefasst gilt: Zecken- und Insektenschutz ist bei Außenarbeit ein ernstzunehmendes Arbeitsschutzthema. Mit Kleidung, Aufmerksamkeit, Unterweisung und klaren Regeln lassen sich viele Risiken deutlich reduzieren.

Praxis-Tipp:
Legen Sie für Außenarbeiten in Grünbereichen eine einfache Routine fest: geeignete Kleidung tragen, nach der Arbeit Körper kontrollieren, Zecken sofort sachgerecht entfernen und auffällige Beschwerden melden.

Welche Beschäftigten sind besonders gefährdet?

Besonders betroffen sind Beschäftigte im Garten- und Landschaftsbau, Forst, Landwirtschaft, Bauhof, Straßenunterhaltung, Vermessung, Grünpflege, Naturschutz und bei Arbeiten in Parks, Wiesen oder Waldnähe.

Welche Kleidung schützt bei Zecken?

Geeignet sind lange Hosen, geschlossene Schuhe, lange Ärmel und möglichst eng anliegende Kleidung. Helle Kleidung kann helfen, Zecken schneller zu erkennen.

Was tun nach einem Zeckenbiss?

Die Zecke sollte möglichst früh sachgerecht entfernt werden. Danach sollte die Einstichstelle beobachtet werden. Bei auffälliger Rötung, Fieber, Beschwerden oder Unsicherheit sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Sind Insektenstiche ein Arbeitsschutzthema?

Ja, besonders bei regelmäßiger Außenarbeit oder bekannten Allergien. Insektenstiche können Schmerzen, Schwellungen oder im Einzelfall schwere allergische Reaktionen auslösen.

Darf man bei einem Wespennest weiterarbeiten?

Das hängt von der Gefährdung ab. Wenn Beschäftigte gefährdet werden, sollte der Bereich abgesperrt, die Arbeit angepasst oder fachkundige Hilfe organisiert werden.

Müssen Beschäftigte zu Zecken und Insekten unterwiesen werden?

Ja, wenn diese Gefährdungen bei der Arbeit auftreten können. Die Unterweisung sollte Schutzmaßnahmen, Verhalten nach Stichen oder Bissen und Erste-Hilfe-Regeln umfassen.

Welche Vorschriften und Informationen sind maßgeblich?

Die wichtigsten Grundlagen ergeben sich insbesondere aus dem Arbeitsschutzgesetz, der Gefährdungsbeurteilung, der Biostoffverordnung bei biologischen Gefährdungen, der arbeitsmedizinischen Vorsorge und den Informationen der Unfallversicherungsträger.

Ergänzende Fachinformationen bieten insbesondere:

DGUV Information 214-078 – Vorsicht Zecken!
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/3264

SVLFG – Zecken: kleine Tiere, große Gefahr
https://www.svlfg.de/zecken

RKI – Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken und FSME
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/Zecken/Zecken.html

BAuA – Biologische Arbeitsstoffe
https://www.baua.de/DE/Themen/Chemikalien-Biostoffe/Biostoffe

Biostoffverordnung
https://www.gesetze-im-internet.de/biostoffv_2013/

DGUV Information 204-022 – Erste Hilfe im Betrieb
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/764

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