Gefährdungsbeurteilung verständlich & praxisnah
In 7 Schritten Gefährdungen erkennen, Risiken bewerten und Maßnahmen nach dem STOP-Prinzip ableiten.
Büro & Homeoffice geeignet
Ergonomie & PSA im Fokus
Praxisnah statt Juradeutsch


Warum ist eine Gefährdungsbeurteilung wichtig?
Die Gefährdungsbeurteilung ist die Grundlage für einen wirksamen Arbeitsschutz.
Sie hilft dabei, Gefahren frühzeitig zu erkennen, Risiken realistisch einzuschätzen und gezielte Maßnahmen abzuleiten.
Dabei geht es nicht nur um Unfälle, sondern auch um langfristige Belastungen, z. B. durch schlechte Ergonomie oder ungeeignete Schutzausrüstung.
Die 7 Handlungsschritte der Gefährdungsbeurteilung
Klingt kompliziert? Ist es nicht – wenn man es Schritt für Schritt angeht.
Die Gefährdungsbeurteilung folgt einem festen Ablauf.
Diese sieben Schritte helfen dabei, nichts zu vergessen und sinnvolle Maßnahmen abzuleiten.
1. Arbeitsbereiche & Tätigkeiten festlegen

Worum geht es überhaupt?
Zum Beispiel: ein Büroarbeitsplatz mit Bildschirm, Maus und sitzender Tätigkeit.
2. Gefährdungsfaktoren erkennen
Was könnte hier problematisch sein?
Falsche Sitzhaltung, ungünstige Bildschirmhöhe, monotone Mausbewegungen.
(Wichtig: Hier wird noch nichts bewertet – nur gesammelt.)

3. Risiken bewerten

Wie schlimm ist das wirklich?
Tritt es häufig auf? Kann es langfristig Beschwerden verursachen?
4. Schutzmaßnahmen ableiten

Was hilft dagegen?
Zum Beispiel: besserer Bürostuhl, höhenverstellbarer Tisch, andere Maus.
5. Maßnahmen umsetzen
Jetzt wird’s praktisch.
Arbeitsplatz anpassen, Möbel einstellen, Mitarbeitende informieren.
6. Prüfen, ob es funktioniert
Hat sich etwas verbessert?
Weniger Beschwerden? Bessere Haltung? Dann passt’s.
7. Dokumentieren und regelmäßig aktualisieren
Nicht vergessen:
Alles festhalten und bei Änderungen (neuer Arbeitsplatz, neue Technik) anpassen.
Gefährdungsfaktoren – was kann am Arbeitsplatz problematisch werden?
Nicht alles ist auf den ersten Blick gefährlich. Manche Belastungen wirken schleichend – andere übersieht man im Alltag schnell.
Die folgenden Beispiele zeigen typische Gefährdungsfaktoren, die im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung betrachtet werden.
Typische ergonomische Gefährdungen
Typische ergonomische Gefährdungen
Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Gefährdungen mit PSA-Bezug
Arbeitsumgebung
Umweltbedingte Gefährdungen
Arbeitsmittel & Ausstattung
Gefährdungen durch Arbeitsmittel
Organisation & Pausen
Organisatorische Gefährdungen
Psychische Belastung
Psychische Gefährdungen
Stolpern & Rutschen
Unfallgefährdungen
Hygiene & Infektionsschutz
Hygienebedingte Gefährdungen
Unterweisung & Information
Informations- & Unterweisungsdefizite
Das STOP-Prinzip – Maßnahmen richtig priorisieren
Nicht jede Maßnahme wirkt gleich gut. Das STOP-Prinzip hilft dabei, Schutzmaßnahmen sinnvoll zu ordnen – von der wirksamsten bis zur letzten Option. sollten.
Substitution bedeutet, eine Gefährdung vollständig zu vermeiden oder zu ersetzen.
Wenn es keine Gefahr mehr gibt, braucht es auch keinen Schutz.
Beispiele:
weniger belastende Arbeitsmittel
leisere Geräte
staubarme Materialien
Merksatz:
Die beste Maßnahme ist die, die gar nicht nötig wird.
Technische Maßnahmen reduzieren Gefährdungen direkt am Arbeitsplatz – unabhängig vom Verhalten der Beschäftigten
Beispiele:
höhenverstellbarer Schreibtisch
ergonomischer Bürostuhl
Monitorarm
ergonomische Eingabegeräte
Hinweis:
Besonders wichtig bei Ergonomie & Bildschirmarbeit.
Organisatorische Maßnahmen betreffen die Gestaltung von Arbeitsabläufen.
Sie unterstützen technische Lösungen, ersetzen sie aber selten vollständig.
Beispiele:
Pausenregelungen
Tätigkeitswechsel
klare Arbeitsanweisungen
Unterweisungen
PSA schützt den Einzelnen dort, wo Gefährdungen nicht vollständig vermieden werden können.
Beispiele:
Sicherheitsschuhe
Atemschutz (FFP2 / FFP3)
Gehörschutz
Handschuhe
Wichtig:
PSA ist immer die letzte Stufe im STOP-Prinzip.
.
STOP heißt nicht: alles machen – sondern richtig entscheiden.
In der Praxis werden Maßnahmen oft kombiniert, aber immer in dieser Reihenfolge gedacht.
Von der Gefährdungsbeurteilung zur Umsetzung
Die Gefährdungsbeurteilung zeigt nicht nur Risiken auf – sie liefert die Grundlage für konkrete Maßnahmen im Arbeitsalltag.
Sobald Gefährdungen ermittelt und Maßnahmen nach dem STOP-Prinzip festgelegt wurden, geht es um die praktische Umsetzung.
Im Büroalltag bedeutet das häufig keine großen Umbauten, sondern gezielte Verbesserungen am Arbeitsplatz.
Besonders bei Ergonomie und persönlicher Schutzausrüstung lassen sich viele Maßnahmen schnell und wirksam umsetzen.
Wichtig ist: Maßnahmen müssen passen, genutzt werden und regelmäßig überprüft werden.
Ergonomie verbessern
Höhenverstellbare Schreibtische, ergonomische Bürostühle oder passende Eingabegeräte reduzieren Belastungen nachhaltig – wenn sie richtig ausgewählt und eingestellt sind.
PSA passend auswählen
Sicherheitsschuhe, Atem- oder Gehörschutz schützen nur dann zuverlässig, wenn sie zur Tätigkeit passen und korrekt genutzt werden.
Wirksamkeit prüfen
Arbeitsplätze verändern sich. Deshalb sollten Maßnahmen regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden.
Aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben sich konkrete Anforderungen an Arbeitsmittel und Schutzausrüstung.
Eine durchdachte Auswahl unterstützt nicht nur den Arbeitsschutz, sondern auch Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
Gefährdungsbeurteilung – kurz zusammengefasst
Die Gefährdungsbeurteilung ist kein einmaliges Dokument, sondern ein strukturierter Prozess, der dabei hilft, Arbeitsplätze sicher und gesund zu gestalten.
Sie beginnt mit dem Erkennen von Gefährdungen, bewertet Risiken und leitet Maßnahmen ab – nach einer klaren Logik.
Besonders im Büroalltag spielen Ergonomie, Arbeitsorganisation und – wo erforderlich – persönliche Schutzausrüstung eine zentrale Rolle.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick Leistungsfähigkeit.
Gefährdungen systematisch erfassen
Risiken realistisch bewerten
Maßnahmen nach dem STOP-Prinzip priorisieren
Lösungen umsetzen und regelmäßig überprüfen
Dokumentation aktuell halten
Eine gut durchgeführte Gefährdungsbeurteilung schafft nicht nur Rechtssicherheit, sondern trägt auch dazu bei, Belastungen zu reduzieren, Beschwerden vorzubeugen und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben sich häufig konkrete Anforderungen an Arbeitsplätze, Arbeitsmittel und Schutzausrüstung.
Die passende Ausstattung unterstützt dabei, Maßnahmen wirksam umzusetzen und langfristig zu erhalten.
Weitere Informationen zu ergonomischen Lösungen und PSA finden Sie in den jeweiligen Themenbereichen.




