Gehörschutz – Schutz vor lärmbedingten Gesundheitsschäden
Gehörschutz ist persönliche Schutzausrüstung (PSA) und schützt vor schädlichen Lärmeinwirkungen.
Er wird eingesetzt, wenn technische oder organisatorische Maßnahmen zur Lärmminderung nicht ausreichen.

Typische Einsatzsituationen und Anforderungen
Lärm wirkt nicht nur kurzfristig belastend, sondern kann das Gehör dauerhaft schädigen.
Entscheidend sind Lautstärke, Dauer der Einwirkung und die Art der Tätigkeit.



Wann Gehörschutz wirksam schützt – und wann nicht
Gehörschutz schützt nicht allein durch das Vorhandensein, sondern nur dann, wenn Dämmwirkung, Tragekomfort und Nutzung zur tatsächlichen Lärmbelastung passen. Zwischen „Gehörschutz tragen“ und „wirksam geschützt sein“ besteht in der Praxis ein deutlicher Unterschied.
1. Die richtige Dämmwirkung ist entscheidend

Gehörschutz muss den Lärm auf ein unschädliches Maß reduzieren, ohne wichtige Signale vollständig abzuschirmen. Eine zu geringe Dämmung schützt nicht ausreichend, eine zu hohe Dämmung kann Kommunikation und Wahrnehmung beeinträchtigen. Beides führt häufig dazu, dass Gehörschutz nicht konsequent getragen wird.
Kernaussage:
Nicht maximale, sondern passende Dämmung schützt wirksam.
2. Tragekomfort bestimmt die Akzeptanz

Gehörschutz wird oft über längere Zeit getragen. Druckgefühl, Wärme oder unangenehmes Material führen schnell dazu, dass er abgesetzt oder nur teilweise genutzt wird. Tragekomfort ist deshalb keine Komfortfrage, sondern Voraussetzung für dauerhaften Schutz.
Kernaussage:
Gehörschutz schützt nur, wenn er akzeptiert wird.
3. Sitz und richtige Anwendung sind sicherheitsrelevant

Gehörschutz wirkt nur bei korrektem Sitz. Falsch eingesetzte Stöpsel oder locker sitzende Kapseln verlieren einen großen Teil ihrer Dämmwirkung. Ohne Einweisung wird Gehörschutz häufig falsch oder inkonsequent verwendet.
Kernaussage:
Falsche Anwendung hebt die Schutzwirkung auf.
4. Grenzen des Gehörschutzes müssen bekannt sein

Gehörschutz reduziert Lärm, beseitigt ihn aber nicht. Bei sehr hohen Pegeln oder langer Einwirkdauer bleiben Risiken bestehen. Zudem kann eingeschränktes Hören von Warnsignalen selbst zur Gefährdung werden.
Kernaussage:
👉 Gehörschutz schützt nur innerhalb seiner Einsatzgrenzen.
5. PSA ist immer Teil eines Gesamtsystems

Gehörschutz ist eine persönliche Schutzmaßnahme und wirkt nicht isoliert. Seine Schutzwirkung hängt stark davon ab, wie der Arbeitsplatz insgesamt gestaltet ist. Technische Maßnahmen zur Lärmminderung, eine sinnvolle Arbeitsorganisation und klare Unterweisungen haben Vorrang und bestimmen, wie wirksam Gehörschutz im Alltag tatsächlich ist.
Wird Gehörschutz allein betrachtet, ohne Lärmquellen, Arbeitsabläufe oder Kommunikationsanforderungen einzubeziehen, bleibt seine Wirkung begrenzt. In solchen Fällen wird er häufig nicht konsequent getragen oder falsch eingesetzt.
Kernaussage / Merksatz:
Gehörschutz ergänzt Technik und Organisation – er ersetzt sie nicht.
Gehörschutz im Gesamtkonzept
Persönliche Schutzausrüstung wirkt nur im Zusammenspiel mit technischen, organisatorischen Maßnahmen und Unterweisung.
Technische Maßnahmen
Technische Maßnahmen – Lärm an der Quelle reduzieren
Arbeitsorganisation
Arbeitsorganisation – Exposition begrenzen
Richtige Nutzung
Unterweisung – richtige Nutzung sicherstellen
Zustand & Verschleiß
Kontrolle & Zustand – Schutzwirkung erhalten
Gehörschutz: Ab wann verpflichtend?
Lärm – ab welchen Pegeln Handlungsbedarf besteht
Lärmschutz richtet sich nach Schalldruckpegel (dB(A)) und Dauer der Exposition.
ab 80 dB(A)
→ Gehörschutz bereitstellen, Unterweisung erforderlichab 85 dB(A)
→ Gehörschutz verpflichtend zu tragen, Kennzeichnung des Bereichs notwendigüber 85 dB(A)
→ technische und organisatorische Maßnahmen haben Vorrang, PSA ergänzt
Warum Dauer genauso wichtig ist wie Lautstärke
Nicht nur der Pegel zählt, sondern auch:
wie lange der Lärm wirkt
ob Pausen möglich sind
ob es wechselnde Tätigkeiten gibt
Auch kurze, sehr laute Lärmspitzen können schädlich sein.
Zentrale Kernaussage
Gehörschutz wird nicht „nach Gefühl“, sondern nach Lärmpegel und Expositionsdauer eingesetzt.
Atemschutzlösungen unterscheiden sich deutlich darin, für welche Gefährdungen sie geeignet sind und wie belastend sie im Arbeitsalltag sind.




