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Hinweis

Diese Antwort dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Prüfung des konkreten Einzelfalls. Maßgeblich sind die aktuellen Vorschriften und betrieblichen Bedingungen.

Stand: Juli 2026 Redaktionelle Hinweise
Ergonomie

Warum ist eine ergonomische Maus sinnvoll?

4 Min. Lesezeit · SafeHeroX Wissensdatenbank

Auf einen Blick

Eine ergonomische Maus kann Beschwerden an Hand, Handgelenk, Unterarm und Schulter deutlich reduzieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Computermäusen unterstützt sie eine natürlichere Handhaltung und verringert die Belastung von Muskeln, Sehnen und Gelenken. Besonders Beschäftigte, die täglich mehrere Stunden am Computer arbeiten, profitieren von einer ergonomischen Maus.

Die Computermaus gehört zu den am häufigsten genutzten Arbeitsmitteln im Büro. Viele Beschäftigte bewegen sie mehrere tausend Mal pro Arbeitstag, ohne sich darüber Gedanken zu machen. Durch die ständig wiederkehrenden Bewegungen entstehen jedoch hohe Belastungen für Handgelenk, Finger, Unterarm und Schulter. Werden diese Belastungen über Monate oder Jahre nicht reduziert, können Schmerzen, Verspannungen oder sogar chronische Beschwerden entstehen.

Bei einer herkömmlichen Maus liegt die Hand flach auf der Arbeitsfläche. Dadurch wird der Unterarm dauerhaft nach innen gedreht. Diese Haltung wirkt zunächst unauffällig, belastet jedoch Muskeln, Sehnen und Nerven. Besonders bei langen Arbeitszeiten können dadurch Beschwerden wie Sehnenscheidenentzündungen, Schmerzen im Handgelenk oder das sogenannte Mausarm-Syndrom entstehen.

Ergonomische Mäuse verfolgen einen anderen Ansatz. Sie bringen die Hand in eine natürlichere Haltung, ähnlich wie beim Händeschütteln. Dadurch wird die Verdrehung des Unterarms deutlich reduziert und die Muskulatur entspannter belastet. Viele Nutzer berichten bereits nach kurzer Zeit über weniger Verspannungen im Handgelenk und eine entspanntere Schulterhaltung.

Besonders verbreitet sind vertikale Mäuse. Sie ermöglichen eine nahezu senkrechte Handhaltung und reduzieren den Druck auf Sehnen und Nerven. Daneben gibt es ergonomisch geformte Standardmäuse, Roller-Mäuse oder Trackballs. Welche Variante am besten geeignet ist, hängt von der jeweiligen Tätigkeit, der Handgröße und den persönlichen Vorlieben ab.

Eine ergonomische Maus allein löst jedoch nicht alle Probleme. Ebenso wichtig ist ihre richtige Position auf dem Schreibtisch. Die Maus sollte möglichst nah an der Tastatur liegen, damit der Arm nicht dauerhaft ausgestreckt werden muss. Oberarm und Ellenbogen sollten locker am Körper anliegen, während das Handgelenk möglichst gerade bleibt. Zusätzliche Handballenauflagen können die Belastung weiter reduzieren.

Auch die Empfindlichkeit der Maus spielt eine Rolle. Ist die Zeigergeschwindigkeit zu niedrig eingestellt, müssen unnötig viele Bewegungen ausgeführt werden. Moderne Mäuse erlauben eine individuelle DPI-Einstellung, sodass bereits kleine Bewegungen des Handgelenks ausreichen. Dadurch werden Muskeln und Gelenke zusätzlich entlastet.

Beschwerden entstehen häufig nicht nur durch die Maus selbst, sondern durch die Kombination mehrerer ungünstiger Faktoren. Ein zu hoher Schreibtisch, ein falsch eingestellter Bürostuhl oder eine ungünstige Bildschirmposition führen dazu, dass Schultern dauerhaft angehoben oder Handgelenke abgeknickt werden. Deshalb sollte die ergonomische Maus immer Teil eines insgesamt ergonomisch gestalteten Arbeitsplatzes sein.

Regelmäßige Bewegung bleibt trotzdem unverzichtbar. Selbst die beste ergonomische Maus kann stundenlange, einseitige Belastungen nicht vollständig ausgleichen. Kurze Pausen, Dehnübungen und regelmäßige Positionswechsel entlasten Muskeln und Gelenke zusätzlich und tragen langfristig zur Gesundheit bei.

Unternehmen profitieren ebenfalls von ergonomischen Eingabegeräten. Weniger Beschwerden bedeuten häufig geringere Fehlzeiten, eine höhere Arbeitszufriedenheit und eine bessere Konzentration. Aus diesem Grund gehören ergonomische Arbeitsmittel heute in vielen Betrieben zum betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Praxis-Tipp: Testen Sie eine ergonomische Maus mindestens zwei bis drei Wochen, bevor Sie sie beurteilen. Die ungewohnte Handhaltung erfordert zunächst eine kurze Eingewöhnungszeit. Kombinieren Sie die Maus außerdem mit einem ergonomisch eingestellten Bürostuhl, einem passenden Schreibtisch und regelmäßigen Bewegungspausen, um den größtmöglichen gesundheitlichen Nutzen zu erzielen.

Für wen lohnt sich eine ergonomische Maus?

Eine ergonomische Maus eignet sich besonders für Beschäftigte, die täglich mehrere Stunden am Computer arbeiten. Dazu gehören unter anderem Büroangestellte, Entwickler, Grafiker, Konstrukteure oder Beschäftigte im Homeoffice. Wer bereits unter Beschwerden im Handgelenk, Unterarm oder Schulterbereich leidet, kann durch eine ergonomische Maus häufig eine deutliche Entlastung erreichen.

Welche Vorschriften sind maßgeblich?

Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich insbesondere aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) sowie den Technischen Regeln für Arbeitsstätten – ASR A6 „Bildschirmarbeit“.

Ergänzende Fachinformationen bieten insbesondere:

DGUV Information 215-410 – Bildschirm- und Büroarbeitsplätze – Leitfaden für die Gestaltung (PDF)
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/409

DGUV Information 215-442 – Ergonomie im Büro – Fragen und Antworten (PDF)
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/3768

BAuA – Bildschirmarbeit und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Bildschirmarbeit/Bildschirmarbeit_node.html