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Hinweis

Diese Antwort dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Prüfung des konkreten Einzelfalls. Maßgeblich sind die aktuellen Vorschriften und betrieblichen Bedingungen.

Stand: Juli 2026 Redaktionelle Hinweise
Fußschutz

Was müssen Betriebe bei heißen Oberflächen im Sommer beachten?

5 Min. Lesezeit · SafeHeroX Wissensdatenbank

Auf einen Blick

Heiße Oberflächen können im Sommer zu Verbrennungen, Hitzebelastung und zusätzlichen Unfallrisiken führen. Betriebe müssen prüfen, ob Beschäftigte durch aufgeheizte Materialien, Maschinen, Fahrzeuge, Metallteile, Asphalt, Dächer, Werkzeuge, Leitern, Griffe oder Arbeitsflächen gefährdet werden können. Besonders relevant ist das auf Baustellen, in Werkstätten, Lagern, Fahrzeugen, Dacharbeiten, Metallarbeiten, Straßenbau, Außenbereichen und bei Arbeiten mit direkter Sonneneinstrahlung.

Im Sommer können sich Oberflächen stark aufheizen. Das betrifft nicht nur Maschinen oder technische Anlagen, sondern auch alltägliche Arbeitsmittel.

Metallgeländer, Werkzeuggriffe, Leitern, Fahrzeugteile, Ladeflächen, Container, Dachflächen, Asphalt, Pflaster, Bleche oder dunkle Oberflächen können bei starker Sonne sehr heiß werden.

Die BAuA beschreibt heiße Medien und Oberflächen als thermische Gefährdung. Beim Kontakt kann die Haut sehr schnell Wärme aufnehmen; je nach Material, Temperatur und Kontaktdauer kann daraus eine Verbrennung entstehen.

Besonders kritisch sind Materialien mit hoher Wärmespeicherung, zum Beispiel Metall, Stein, Asphalt oder bestimmte Maschinenteile. Sie können auch dann noch heiß sein, wenn die direkte Sonneneinstrahlung bereits nachgelassen hat.

Bei Asphaltarbeiten, Dacharbeiten oder Arbeiten auf aufgeheizten Flächen kommt zusätzlich die allgemeine Hitzebelastung hinzu. Körperliche Arbeit, Schutzkleidung und fehlender Schatten verstärken die Belastung.

Die BG BAU empfiehlt bei Outdoor-Baustellen, Hitzegefährdungen rechtzeitig zu beurteilen und Maßnahmen nach dem TOP-Prinzip festzulegen: technische, organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen.

Technische Maßnahmen können Beschattung, Abdeckungen, Abschirmungen, isolierte Griffe, geeignete Werkzeuge oder kühlere Lagerung von Arbeitsmitteln sein.

Organisatorische Maßnahmen sind zum Beispiel Arbeitszeitverlagerung, zusätzliche Pausen, Wechselarbeit, Vermeidung der heißesten Tageszeit und Kontrolle besonders aufgeheizter Arbeitsbereiche.

Personenbezogene Maßnahmen können geeignete Handschuhe, Sicherheitsschuhe, lange Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenschutz und ausreichendes Trinken sein.

Wichtig ist, heiße Oberflächen nicht zu unterschätzen. Auch kurze Berührungen können unangenehm oder gefährlich sein, besonders wenn Beschäftigte überrascht reagieren und dadurch stolpern, fallen oder Werkzeuge fallen lassen.

Auch Fahrzeuge sind relevant. Lenkräder, Gurtschlösser, Sitze, Ladeflächen, Türgriffe oder Metallteile können sich stark erhitzen, wenn Fahrzeuge in der Sonne stehen.

In Lagern oder auf Baustellen sollten Materialien möglichst so gelagert werden, dass häufig berührte Teile nicht unnötig in direkter Sonne liegen.

Bei Arbeiten mit Bitumen, Asphalt oder heißen Materialien kommen neben Verbrennungsgefahr auch Dämpfe und Aerosole hinzu. Die BG BAU verweist bei der Heißverarbeitung von Bitumen auf Arbeitsplatzgrenzwerte für Dampf und Aerosol.

Der Arbeitgeber muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung prüfen, welche heißen Oberflächen auftreten können und welche Schutzmaßnahmen notwendig sind.

Beschäftigte sollten unterwiesen werden. Sie müssen wissen, welche Flächen und Arbeitsmittel heiß werden können, welche Handschuhe geeignet sind und wann Arbeiten angepasst werden müssen.

Auch Erste Hilfe sollte berücksichtigt werden. Bei Verbrennungen ist schnelles, richtiges Handeln wichtig. Betroffene sollten wissen, wo Erste-Hilfe-Material ist und wem Verletzungen gemeldet werden.

Zusammengefasst gilt: Heiße Oberflächen sind im Sommer ein praktisches, aber oft übersehenes Arbeitsschutzthema. Betriebe sollten Arbeitsmittel, Fahrzeuge, Baustellenflächen und Materialien nicht nur nach Lufttemperatur, sondern auch nach Kontakt- und Verbrennungsgefahr beurteilen.

Praxis-Tipp:
Prüfen Sie an heißen Tagen vor Arbeitsbeginn häufig berührte Teile: Griffe, Geländer, Metallflächen, Leitern, Fahrzeugteile und Werkzeuge. Was zu heiß zum sicheren Anfassen ist, braucht Schutzmaßnahme, Abkühlzeit oder geeignete Handschuhe.

Welche Oberflächen werden im Sommer besonders heiß?

Besonders heiß werden können Metallteile, Asphalt, Dachflächen, Container, Fahrzeuge, Leitern, Geländer, dunkle Arbeitsflächen, Maschinenverkleidungen, Werkzeuge und Ladeflächen.

Warum sind heiße Oberflächen gefährlich?

Sie können Verbrennungen verursachen. Außerdem können Beschäftigte durch plötzliches Zurückzucken, Fallenlassen von Werkzeugen oder Ausweichbewegungen zusätzliche Unfälle erleiden.

Was kann der Betrieb gegen heiße Oberflächen tun?

Möglich sind Beschattung, Abdeckungen, isolierte Griffe, Lagerung im Schatten, Arbeitszeitverlagerung, Warnhinweise, geeignete Handschuhe und Unterweisung.

Sind Asphaltarbeiten bei Hitze besonders belastend?

Ja. Asphaltarbeiten können durch heiße Materialien, aufgeheizte Flächen, körperliche Arbeit, Sonne und Schutzkleidung besonders belastend sein. Deshalb sind Planung, Pausen, Getränke und Schutzmaßnahmen wichtig.

Reichen normale Arbeitshandschuhe aus?

Nicht immer. Handschuhe müssen zur Temperatur, Tätigkeit und Kontaktzeit passen. Normale Montagehandschuhe schützen nicht automatisch ausreichend vor heißen Oberflächen.

Müssen Beschäftigte dazu unterwiesen werden?

Ja, wenn heiße Oberflächen oder Materialien auftreten können. Die Unterweisung sollte typische Gefahrenstellen, geeignete Handschuhe, Verhalten bei Verbrennungen und Maßnahmen bei starker Hitze umfassen.

Welche Vorschriften und Informationen sind maßgeblich?

Die wichtigsten Grundlagen ergeben sich insbesondere aus dem Arbeitsschutzgesetz, der Gefährdungsbeurteilung, dem Schutz vor thermischen Gefährdungen, dem TOP-Prinzip, der Arbeitsstättenverordnung und den Informationen von BAuA, DGUV und BG BAU.

Ergänzende Fachinformationen bieten insbesondere:

BAuA – Heiße Medien und Oberflächen
https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung/Gefaehrdungsbeurteilung/Handbuch-Gefaehrdungsbeurteilung/Expertenwissen/Thermische-Gefaehrdungen/Heisse-Medien/Heisse-Medien_dossier

BG BAU – Hitzeaktionsplan Outdoor-Baustellen
https://www.bgbau.de/service/angebote/medien-center-suche/medium/hitzeaktionsplan-outdoor-baustellen

BG BAU – Sonne und Hitze am Arbeitsplatz
https://www.bgbau.de/themen/sicherheit-und-gesundheit/uv-strahlung-hitze/sonne-und-hitze-mit-diesen-massnahmen-verhindern-sie-hitzebedingte-erkrankungen-am-arbeitsplatz

DGUV – Hitze und Trockenheit im Kontext Klimawandel
https://www.dguv.de/de/praevention/klimawandel/hitze-und-trockenheit/index.jsp

DGUV – Wärme- und Hitzebelastung an Arbeitsplätzen
https://www.dguv.de/medien/ifa/de/fac/klimawandel-und-hitze/rz_s009-012_1-02_hitzebelastungen.pdf

BG BAU BauPortal – Arbeitsplatzgrenzwert bei der Heißverarbeitung von Bitumen
https://bauportal.bgbau.de/bauportal-12020/thema/tiefbau/neuer-arbeitsplatzgrenzwert-bei-der-heissverarbeitung-fuer-bitumen-festgelegt

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