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Hinweis

Diese Antwort dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Prüfung des konkreten Einzelfalls. Maßgeblich sind die aktuellen Vorschriften und betrieblichen Bedingungen.

Stand: Juli 2026 Redaktionelle Hinweise
Arbeitsschutz

Welche PSA ist bei Sommerhitze sinnvoll

6 Min. Lesezeit · SafeHeroX Wissensdatenbank

Auf einen Blick

Bei Sommerhitze muss Persönliche Schutzausrüstung nicht nur schützen, sondern auch zur Wärmebelastung passen. Sinnvoll sind je nach Tätigkeit unter anderem UV-Schutzbrillen, Nackenschutz, leichte und atmungsaktive Schutzhandschuhe, geeignete Sicherheitsschuhe, UV-Schutzkleidung und bei starker Wärmebelastung Kühlwesten. Wichtig ist: PSA darf nicht einfach weggelassen werden, sondern muss passend ausgewählt und in die Gefährdungsbeurteilung einbezogen werden.

Sommerhitze stellt viele Betriebe vor ein praktisches Problem: Beschäftigte müssen weiterhin sicher arbeiten, gleichzeitig kann schwere, schlecht belüftete oder ungeeignete PSA die Wärmebelastung deutlich erhöhen.

Besonders betroffen sind Tätigkeiten im Freien, auf Baustellen, in der Instandhaltung, im Garten- und Landschaftsbau, in der Logistik, bei Straßenarbeiten, in Werkstätten oder in Produktionsbereichen mit zusätzlicher Wärmeentwicklung.

Der wichtigste Grundsatz lautet: Schutzmaßnahmen gegen Hitze und UV-Strahlung sollten möglichst früh geplant werden. Persönliche Schutzausrüstung ist dabei ein wichtiger Baustein, ersetzt aber keine technischen und organisatorischen Maßnahmen.

Zuerst sollte geprüft werden, ob sich Arbeiten in kühlere Tageszeiten verlagern lassen, ob Schattenplätze eingerichtet werden können oder ob Pausen in kühleren Bereichen möglich sind. Erst danach sollte PSA so ausgewählt werden, dass sie den notwendigen Schutz bietet und gleichzeitig möglichst wenig zusätzlich belastet.

Eine besonders wichtige Rolle spielt der Augenschutz. Bei Arbeiten im Freien können Sonne, Blendung, Staub, Splitter oder mechanische Gefährdungen gleichzeitig auftreten. Normale Sonnenbrillen reichen dafür in vielen Fällen nicht aus, weil sie keine geprüfte Schutzbrille ersetzen.

Sinnvoll sind getönte Schutzbrillen oder UV-Schutzbrillen, die zur Tätigkeit passen. Sie sollten nicht nur vor Blendung schützen, sondern auch die erforderliche Schutzwirkung gegen mechanische Gefährdungen erfüllen, wenn diese am Arbeitsplatz auftreten.

Gerade auf Baustellen, bei Montagearbeiten, in Werkstätten mit Außenbereichen oder bei Arbeiten mit Staub und Partikeln ist eine normgerechte Schutzbrille deutlich sinnvoller als eine einfache Freizeit-Sonnenbrille.

Auch der Kopf- und Nackenschutz ist bei Sommerhitze wichtig. Wer im Freien arbeitet, ist häufig über längere Zeit direkter Sonne ausgesetzt. Besonders Nacken, Ohren, Gesicht und Kopfhaut werden dabei schnell belastet.

Bei Arbeiten mit Helm kann ein geeigneter Nackenschutz am Schutzhelm sinnvoll sein. Er schützt den empfindlichen Nackenbereich vor direkter UV-Strahlung, ohne dass der Kopfschutz seine eigentliche Schutzfunktion verliert.

Auch UV-Schutzkleidung kann einen wichtigen Beitrag leisten. Langärmlige, leichte und atmungsaktive Kleidung schützt die Haut besser als kurze Kleidung. Entscheidend ist, dass die Kleidung zur Tätigkeit passt und nicht zu zusätzlicher Überhitzung führt.

Moderne UV-Schutzkleidung kann bei Außenarbeiten sinnvoll sein, weil sie Hautbereiche bedeckt, die sonst regelmäßig der Sonne ausgesetzt wären. Besonders bei längeren Tätigkeiten im Freien sollte Kleidung nicht nur nach Komfort, sondern auch nach Schutzwirkung ausgewählt werden.

Schutzhandschuhe bleiben auch im Sommer wichtig. Sie dürfen bei Hitze nicht einfach weggelassen werden, wenn Schnitt-, Abrieb-, Chemikalien- oder mechanische Gefährdungen bestehen. Stattdessen sollten möglichst leichte, atmungsaktive und zur Tätigkeit passende Modelle gewählt werden.

Bei Handschuhen ist die richtige Balance entscheidend. Zu dicke Handschuhe können die Wärmebelastung erhöhen und die Feinmotorik einschränken. Zu leichte Handschuhe bieten möglicherweise nicht genug Schutz. Deshalb muss die Auswahl immer zur konkreten Gefährdung passen.

Auch Sicherheitsschuhe können bei Sommerhitze problematisch werden. Schwere, wenig atmungsaktive Schuhe führen schnell zu warmen Füßen und unangenehmem Tragegefühl. Trotzdem dürfen Sicherheitsschuhe nicht durch normale Schuhe ersetzt werden, wenn Schutz gegen Stoß, Durchtritt, Rutschen oder andere Gefährdungen erforderlich ist.

Sinnvoll sind leichte Sicherheitsschuhe mit geeigneter Schutzklasse, guter Passform, rutschhemmender Sohle und möglichst atmungsaktiven Materialien. Entscheidend ist, dass der Schutzstandard zur Tätigkeit passt.

Kühlwesten können bei starker Wärmebelastung eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie können helfen, den Körper zeitweise zu entlasten, besonders bei Arbeiten im Freien, bei körperlicher Belastung oder in Bereichen mit hoher Temperatur.

Kühlwesten sind jedoch nicht für jede Tätigkeit automatisch geeignet. Sie müssen Bewegungsfreiheit, Tragekomfort, Hygiene, Gewicht und mögliche Wechselwirkungen mit anderer PSA berücksichtigen. Außerdem ersetzen sie keine Pausen, Beschattung oder organisatorischen Maßnahmen.

Wichtig ist auch die Kombination mehrerer PSA-Elemente. Schutzhelm, Schutzbrille, Handschuhe, Sicherheitsschuhe und UV-Kleidung müssen zusammen funktionieren. Eine Schutzbrille darf zum Beispiel nicht ständig beschlagen, wenn gleichzeitig ein Helm oder Gesichtsschutz getragen wird.

Beschlagen, Druckstellen, Schwitzen oder schlechte Sicht können dazu führen, dass PSA nicht konsequent getragen wird. Deshalb ist Tragekomfort im Sommer nicht nur eine Komfortfrage, sondern auch ein Sicherheitsfaktor.

Beschäftigte sollten in die Auswahl einbezogen werden. Wer die PSA täglich trägt, kann oft gut einschätzen, welche Modelle im Sommer praktikabel sind und welche Ausrüstung im Arbeitsalltag eher Probleme verursacht.

Auch Unterweisung ist wichtig. Beschäftigte sollten wissen, warum bestimmte PSA trotz Hitze getragen werden muss, wie sie richtig eingesetzt wird und wann zusätzliche Maßnahmen wie Pausen, Trinken oder Schatten erforderlich sind.

Besondere Aufmerksamkeit benötigen Beschäftigte mit erhöhter Belastung. Dazu können ältere Personen, gesundheitlich vorbelastete Beschäftigte, Personen mit Kreislaufproblemen oder Beschäftigte mit körperlich schwerer Arbeit gehören.

Bei Sommerhitze sollte PSA regelmäßig überprüft werden. Verschmutzte, beschädigte oder schlecht sitzende Ausrüstung kann den Schutz verringern und gleichzeitig die Belastung erhöhen. Gerade Schutzbrillen, Helmnackenschutz, Handschuhe und Kleidung sollten sauber und funktionsfähig bleiben.

Zusammengefasst gilt: Sinnvolle PSA bei Sommerhitze schützt vor den konkreten Gefährdungen und reduziert gleichzeitig unnötige Wärmebelastung. Entscheidend sind Gefährdungsbeurteilung, passende Auswahl, Tragekomfort und die Kombination mit technischen und organisatorischen Maßnahmen.

Praxis-Tipp:
Prüfen Sie Sommer-PSA nicht erst während der ersten Hitzewelle. Legen Sie frühzeitig fest, welche UV-Schutzbrillen, Nackenschutzlösungen, leichten Handschuhe, Sicherheitsschuhe, UV-Kleidung oder Kühlwesten für die jeweiligen Tätigkeiten geeignet sind.

Darf PSA bei Hitze einfach weggelassen werden?

Nein. Wenn am Arbeitsplatz Gefährdungen bestehen, darf erforderliche PSA nicht einfach weggelassen werden. Stattdessen muss geprüft werden, ob leichtere, besser belüftete oder sommergerechte PSA mit gleicher Schutzwirkung eingesetzt werden kann.

Welche PSA ist bei Arbeiten in der Sonne besonders wichtig?

Besonders wichtig sind UV-Schutzbrille, Kopfbedeckung oder Helm mit Nackenschutz, UV-Schutzkleidung, geeignete Schutzhandschuhe, passende Sicherheitsschuhe und bei hoher Wärmebelastung gegebenenfalls Kühlwesten.

Sind normale Sonnenbrillen als Schutzbrille geeignet?

Normale Sonnenbrillen sind in vielen Arbeitssituationen nicht ausreichend. Wenn mechanische Gefährdungen, Staub, Splitter oder andere Risiken bestehen, ist eine geeignete Schutzbrille erforderlich. Für Außenarbeiten kann eine getönte UV-Schutzbrille sinnvoll sein.

Wann sind Kühlwesten bei der Arbeit sinnvoll?

Kühlwesten können sinnvoll sein, wenn Beschäftigte bei hohen Temperaturen körperlich belastende Arbeiten ausführen oder längere Zeit im Freien arbeiten. Sie sollten jedoch immer ergänzend eingesetzt werden und ersetzen keine Pausen, Beschattung, Getränke oder organisatorische Maßnahmen.

Welche Handschuhe eignen sich bei Sommerhitze?

Geeignet sind möglichst leichte, atmungsaktive und zur Tätigkeit passende Schutzhandschuhe. Entscheidend ist, dass sie trotz besserem Tragekomfort weiterhin den erforderlichen Schutz gegen Schnitt, Abrieb, Chemikalien oder andere Gefährdungen bieten.

Welche Vorschriften sind maßgeblich?

Die wichtigsten Grundlagen ergeben sich insbesondere aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), der PSA-Benutzungsverordnung, der DGUV Vorschrift 1 – Grundsätze der Prävention, der Gefährdungsbeurteilung sowie ergänzenden Informationen von BAuA, DGUV und den Berufsgenossenschaften zu Hitze, UV-Strahlung und Arbeiten im Freien.

Ergänzende Fachinformationen bieten insbesondere:

BAuA – Schutz vor UV-Strahlung der Sonne
https://www.baua.de/

BAuA – Empfehlungen für die Arbeit an heißen Sommertagen
https://www.baua.de/

DGUV – Sonnenschutz bei Arbeiten im Freien
https://www.dguv.de/

DGUV Information 203-085 – Arbeiten unter der Sonne
https://publikationen.dguv.de/

DGUV Vorschrift 1 – Grundsätze der Prävention
https://publikationen.dguv.de/

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