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Hinweis

Diese Antwort dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Prüfung des konkreten Einzelfalls. Maßgeblich sind die aktuellen Vorschriften und betrieblichen Bedingungen.

Stand: Juli 2026 Redaktionelle Hinweise
Atemschutz

Wann braucht man Atemschutz bei der Arbeit?

7 Min. Lesezeit · SafeHeroX Wissensdatenbank

Auf einen Blick

Atemschutz wird bei der Arbeit benötigt, wenn Beschäftigte gefährliche Stoffe, Stäube, Rauche, Aerosole, Gase, Dämpfe oder biologische Arbeitsstoffe einatmen könnten und andere Schutzmaßnahmen nicht ausreichend wirken. Auch bei Sauerstoffmangel kann Atemschutz erforderlich sein. Wichtig ist: Atemschutz darf nicht pauschal ausgewählt werden, sondern muss zur Gefährdung, zur Tätigkeit und zur Gefährdungsbeurteilung passen.

Atemschutz gehört zu den wichtigsten Bereichen der Persönlichen Schutzausrüstung. Er schützt die Atemwege vor Stoffen oder Atmosphären, die beim Einatmen die Gesundheit gefährden können.

Typische Einsatzbereiche sind Schleifen, Bohren, Trennen, Spritzen, Lackieren, Schweißen, Reinigungsarbeiten, Tätigkeiten mit Chemikalien, Arbeiten mit Stäuben, Umgang mit Schimmel, Arbeiten in engen Räumen oder Tätigkeiten mit Gasen und Dämpfen.

Atemschutz wird jedoch nicht automatisch bei jeder staubigen oder unangenehm riechenden Tätigkeit benötigt. Entscheidend ist immer die Gefährdungsbeurteilung. Dabei wird geprüft, welche Stoffe auftreten, in welcher Konzentration sie vorkommen und ob Beschäftigte sie einatmen können.

Besonders wichtig ist die sogenannte inhalative Exposition. Sie beschreibt, ob Gefahrstoffe über die Atemwege aufgenommen werden können. Diese Belastung muss ermittelt und beurteilt werden, bevor geeignete Schutzmaßnahmen festgelegt werden.

Im Arbeitsschutz gilt grundsätzlich: Atemschutz steht nicht an erster Stelle. Zuerst müssen gefährliche Stoffe möglichst vermieden oder ersetzt werden. Danach sind technische und organisatorische Maßnahmen zu prüfen.

Technische Maßnahmen können zum Beispiel Absaugungen, geschlossene Systeme, Lüftung, Kapselung, staubarme Verfahren oder geeignete Maschinen mit Absauganschluss sein. Ziel ist, die Belastung möglichst an der Quelle zu reduzieren.

Organisatorische Maßnahmen können ebenfalls helfen. Dazu gehören kürzere Aufenthaltszeiten, getrennte Arbeitsbereiche, Reinigungspläne, staubarme Arbeitsverfahren, Begrenzung der Personenzahl oder geeignete Arbeitsabläufe.

Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen oder kurzfristig nicht vollständig wirksam sind, kommt Atemschutz als personenbezogene Schutzmaßnahme zum Einsatz.

Atemschutz ist besonders wichtig bei Tätigkeiten mit gesundheitsgefährdenden Stäuben. Dazu können Holzstaub, mineralischer Staub, Quarzstaub, Metallstaub, Faserstäube oder andere Partikel gehören.

Auch beim Schleifen, Trennen, Bohren oder Fräsen können feine Stäube entstehen. Je kleiner die Partikel sind, desto tiefer können sie in die Atemwege gelangen. Deshalb reicht eine einfache Alltagsmaske in solchen Fällen nicht aus.

Bei Schweißarbeiten können Schweißrauche entstehen. Je nach Material, Verfahren und Zusatzstoffen können diese gesundheitlich relevant sein. Atemschutz kann notwendig sein, wenn Absaugung und Lüftung nicht ausreichen.

Auch bei Lackier-, Sprüh- oder Reinigungsarbeiten können Dämpfe oder Aerosole entstehen. Hier ist wichtig, ob ein Partikelfilter ausreicht oder ob ein Gasfilter beziehungsweise ein Kombinationsfilter erforderlich ist.

Ein häufiger Fehler ist, Atemschutz nur nach der Maskenform auszuwählen. Entscheidend ist nicht nur, ob es eine FFP-Maske, Halbmaske oder Vollmaske ist, sondern welcher Stoff in welcher Form auftritt.

FFP-Masken schützen vor Partikeln, also zum Beispiel vor bestimmten Stäuben oder Aerosolen. Sie schützen jedoch nicht zuverlässig vor Gasen und Dämpfen. Für solche Stoffe werden geeignete Filtergeräte mit passenden Gas- oder Kombinationsfiltern benötigt.

Bei Sauerstoffmangel sind Filtergeräte grundsätzlich nicht geeignet, weil sie keinen Sauerstoff liefern. In solchen Fällen können nur geeignete umluftunabhängige Atemschutzgeräte eingesetzt werden. Das ist besonders bei engen Räumen, Behältern, Schächten oder schlecht belüfteten Bereichen wichtig.

Auch die Dichtheit ist entscheidend. Viele Atemschutzgeräte schützen nur dann zuverlässig, wenn sie dicht am Gesicht anliegen. Bartwuchs, falsche Größe, schlechte Passform oder falsches Anlegen können die Schutzwirkung deutlich verringern.

Deshalb ist Unterweisung besonders wichtig. Beschäftigte müssen wissen, wann Atemschutz getragen werden muss, wie er richtig angelegt wird, welcher Filter verwendet wird und wann Filter oder Masken gewechselt werden müssen.

Auch die Tragedauer spielt eine Rolle. Atemschutz kann körperlich belasten, besonders bei schwerer Arbeit, Hitze oder langen Einsatzzeiten. Je höher der Atemwiderstand und je belastender die Tätigkeit, desto wichtiger sind Pausen und geeignete Organisation.

Bei bestimmten Atemschutzgeräten kann arbeitsmedizinische Vorsorge erforderlich sein. Das gilt insbesondere, wenn Atemschutz die Atmung deutlich erschwert oder über längere Zeit getragen wird.

Die Auswahl muss außerdem zur Person passen. Nicht jede Maske sitzt bei jeder Gesichtsform gleich gut. Deshalb kann es sinnvoll sein, verschiedene Modelle zu testen und die Akzeptanz der Beschäftigten zu berücksichtigen.

Auch die Kombination mit anderer PSA ist wichtig. Atemschutz muss mit Schutzbrille, Gehörschutz, Helm, Gesichtsschutz oder Schutzkleidung zusammen funktionieren. Wenn eine Maske die Schutzbrille beschlagen lässt oder schlecht mit dem Helm sitzt, kann die Sicherheit insgesamt leiden.

Filter müssen passend ausgewählt und rechtzeitig gewechselt werden. Ein falscher Filter kann wirkungslos sein. Ein gesättigter Filter kann ebenfalls keinen ausreichenden Schutz mehr bieten.

Bei Gas- und Dampffiltern ist besonders wichtig, dass die Einsatzgrenzen beachtet werden. Geruch allein ist kein sicherer Hinweis darauf, ob ein Filter noch wirksam ist. Manche Stoffe riechen kaum oder werden erst spät wahrgenommen.

Auch Lagerung und Pflege sind wichtig. Atemschutzgeräte sollten sauber, trocken und geschützt gelagert werden. Verschmutzte Masken, beschädigte Dichtungen oder abgelaufene Filter können die Schutzwirkung beeinträchtigen.

Einwegmasken sollten nicht unbegrenzt wiederverwendet werden. Wenn sie durchfeuchtet, beschädigt, verschmutzt oder schwer zu atmen sind, müssen sie ersetzt werden.

Bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen muss außerdem das Sicherheitsdatenblatt beachtet werden. Dort finden sich Hinweise zu geeigneten Schutzmaßnahmen, Expositionsgrenzwerten, Filtertypen und besonderen Gefahren.

Atemschutz sollte nie als Ersatz für schlechte Arbeitsbedingungen dienen. Wenn dauerhaft nur mit Maske gearbeitet werden kann, obwohl Absaugung oder technische Maßnahmen möglich wären, sollte die Situation grundsätzlich überprüft werden.

Zusammengefasst gilt: Atemschutz wird benötigt, wenn gefährliche Stoffe eingeatmet werden können oder Sauerstoffmangel besteht und andere Maßnahmen nicht ausreichend schützen. Die Auswahl muss immer zur Gefährdung passen und fachgerecht erfolgen.

Praxis-Tipp:
Wählen Sie Atemschutz nie nur nach dem Begriff „Staubmaske“ aus. Prüfen Sie zuerst, ob Partikel, Gase, Dämpfe, Aerosole oder Sauerstoffmangel vorliegen. Danach entscheidet sich, ob FFP-Maske, Halbmaske, Vollmaske, Kombinationsfilter oder umluftunabhängiger Atemschutz erforderlich ist.

Wann reicht eine FFP2- oder FFP3-Maske aus?

FFP2- oder FFP3-Masken können bei bestimmten Partikeln, Stäuben oder Aerosolen geeignet sein. Sie sind jedoch nicht für Gase und Dämpfe gedacht. Ob eine FFP-Maske ausreicht, hängt von Stoff, Konzentration, Tätigkeit und Gefährdungsbeurteilung ab.

Welche Maske braucht man beim Schleifen?

Beim Schleifen entstehen häufig feine Stäube. Je nach Material kann eine FFP2- oder FFP3-Maske erforderlich sein. Bei gefährlichen Stäuben, langen Tätigkeiten oder hoher Belastung können zusätzlich Absaugung, Halbmasken oder andere Schutzmaßnahmen notwendig sein.

Welche Maske schützt vor Gasen und Dämpfen?

Gegen Gase und Dämpfe reichen FFP-Masken nicht aus. Dafür werden geeignete Atemschutzgeräte mit passenden Gasfiltern oder Kombinationsfiltern benötigt. Der Filtertyp muss zum Stoff passen.

Was gilt bei Sauerstoffmangel?

Bei Sauerstoffmangel dürfen Filtergeräte nicht verwendet werden, weil sie keinen Sauerstoff liefern. In solchen Situationen sind geeignete umluftunabhängige Atemschutzgeräte erforderlich. Solche Einsätze müssen besonders sorgfältig geplant werden.

Muss Atemschutz unterwiesen werden?

Ja. Beschäftigte müssen wissen, wann Atemschutz erforderlich ist, wie er richtig benutzt wird, welche Filter eingesetzt werden, wann gewechselt werden muss und welche Grenzen das jeweilige Atemschutzgerät hat.

Welche Vorschriften und Informationen sind maßgeblich?

Die wichtigsten Grundlagen ergeben sich insbesondere aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV), der PSA-Benutzungsverordnung, der Gefährdungsbeurteilung, der TRGS 402 – Inhalative Exposition, der TRGS 500 – Schutzmaßnahmen sowie der DGUV Regel 112-190 – Benutzung von Atemschutzgeräten.

Ergänzende Fachinformationen bieten insbesondere:

DGUV Regel 112-190 – Benutzung von Atemschutzgeräten
https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-regeln/1011/benutzung-von-atemschutzgeraeten

TRGS 402 – Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition
https://www.baua.de/DE/Angebote/Regelwerk/TRGS/TRGS-402

TRGS 500 – Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
https://www.baua.de/DE/Angebote/Regelwerk/TRGS/TRGS-500

Gefahrstoffverordnung – § 6 Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung
https://www.gesetze-im-internet.de/gefstoffv_2010/__6.html

PSA-Benutzungsverordnung – Bereitstellung, Benutzung und Unterweisung
https://www.gesetze-im-internet.de/psa-bv/

BGHM – Persönliche Schutzausrüstung, Abschnitt Atemschutz
https://www.bghm.de/arbeitsschuetzer/themen/persoenliche-schutzausruestung-psa

BG RCI Atemschutz-Guide – Benutzung von Atemschutzgeräten
https://atemschutz-guide.bgrci.de/benutzung

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