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Hinweis

Diese Antwort dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Prüfung des konkreten Einzelfalls. Maßgeblich sind die aktuellen Vorschriften und betrieblichen Bedingungen.

Stand: Juli 2026 Redaktionelle Hinweise
Computerarbeitsplatz

Welche ergonomischen Anforderungen gelten für die Computermaus und Tastatur?

4 Min. Lesezeit · SafeHeroX Wissensdatenbank

Auf einen Blick

Tastatur und Computermaus müssen so angeordnet und verwendet werden, dass Hände, Handgelenke, Arme und Schultern möglichst in einer neutralen Haltung arbeiten können. Bereits kleine Fehlstellungen oder ungünstige Bewegungsabläufe können langfristig zu Sehnenreizungen, Nackenbeschwerden oder dem sogenannten Mausarm führen.

Viele Beschäftigte achten bei der Einrichtung ihres Arbeitsplatzes vor allem auf den Bürostuhl oder den Bildschirm. Dabei werden Maus und Tastatur oft übersehen – obwohl sie täglich mehrere tausend Bewegungen der Hände und Arme verursachen. Gerade diese ständig wiederholten Bewegungen können langfristig zu Überlastungsbeschwerden führen.

Die Tastatur sollte direkt vor dem Beschäftigten liegen und mittig zum Bildschirm ausgerichtet sein. Dadurch bleiben Oberkörper und Kopf gerade ausgerichtet, ohne dass Schultern oder Handgelenke dauerhaft verdreht werden müssen.

Zwischen Tischkante und Tastatur empfiehlt sich ein Abstand von etwa 10 bis 15 Zentimetern. Dieser Bereich dient als Auflagefläche für die Handballen während kurzer Arbeitspausen. Beim eigentlichen Tippen sollten die Handgelenke jedoch möglichst frei bewegt werden und nicht dauerhaft aufliegen.

Die Handgelenke sollten während des Schreibens möglichst gerade bleiben. Starkes Abknicken nach oben, unten oder zur Seite erhöht die Belastung von Sehnen, Nerven und Gelenken erheblich. Besonders der Bereich des Karpaltunnels reagiert empfindlich auf dauerhafte Fehlstellungen.

Auch die Neigung der Tastatur spielt eine wichtige Rolle. Viele Tastaturen besitzen ausklappbare Füße, mit denen die hintere Tastaturkante angehoben werden kann. Ergonomisch ist dies jedoch häufig ungünstig, da dadurch die Handgelenke stärker nach oben abgeknickt werden. In vielen Fällen ist eine flache Tastaturposition ergonomisch günstiger.

Die Computermaus sollte sich möglichst nah neben der Tastatur befinden. Muss der Arm ständig weit nach außen geführt werden, entstehen erhebliche Belastungen für Schulter- und Nackenmuskulatur. Besonders bei schmalen Schreibtischen oder großen Tastaturen sollte auf kurze Greifwege geachtet werden.

Die Maus sollte überwiegend aus dem Unterarm und der Schulter bewegt werden. Viele Beschäftigte steuern die Maus fast ausschließlich aus dem Handgelenk heraus. Dadurch entstehen hohe Belastungen der Sehnen und Muskeln im Unterarm.

Ein häufiges Beschwerdebild ist der sogenannte Mausarm (RSI-Syndrom – Repetitive Strain Injury). Dabei handelt es sich um eine Überlastung von Muskeln, Sehnen und Nerven durch ständig wiederholte Bewegungen ohne ausreichende Erholung. Typische Symptome sind Schmerzen, Kribbeln, Kraftverlust oder Taubheitsgefühle.

Zur Vorbeugung eignen sich regelmäßige Haltungswechsel sowie kurze Bewegungspausen. Auch Tastenkombinationen können helfen, die Maus seltener zu benutzen und einseitige Bewegungen zu reduzieren.

Nicht jede ergonomische Maus eignet sich für jede Person. Vertikale Mäuse, Roller-Mäuse oder Trackballs können bestimmte Belastungen reduzieren, müssen jedoch individuell ausprobiert werden. Eine allgemeingültige „beste Maus“ gibt es nicht.

Auch die Größe der Maus spielt eine Rolle. Zu kleine Mäuse führen häufig zu verkrampften Fingerhaltungen, während zu große Modelle die Hand unnötig spreizen. Die Maus sollte gut zur Handgröße passen und ohne großen Kraftaufwand bedient werden können.

Bei intensiver Dateneingabe können auch ergonomische Tastaturen Vorteile bieten. Geteilte oder leicht gewinkelte Tastaturen unterstützen eine natürlichere Haltung der Handgelenke. Ob sie tatsächlich ergonomischer sind, hängt jedoch von der jeweiligen Tätigkeit und der Gewöhnung des Nutzers ab.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sollten nicht nur Arbeitsmittel bewertet werden. Ebenso wichtig sind Arbeitsorganisation, Bewegungsvielfalt und Pausenregelungen. Selbst die ergonomisch beste Maus verhindert keine Beschwerden, wenn Beschäftigte acht Stunden nahezu ohne Unterbrechung arbeiten.

Unternehmen sollten Beschäftigte regelmäßig zur ergonomischen Nutzung von Maus und Tastatur unterweisen. Bereits kleine Änderungen der Handhaltung oder der Arbeitsplatzanordnung können langfristig erhebliche gesundheitliche Vorteile bringen.

Eine ergonomische Gestaltung der Eingabegeräte verbessert nicht nur den Komfort. Sie reduziert das Risiko chronischer Beschwerden an Händen, Armen und Schultern und trägt wesentlich zu einem gesunden Bildschirmarbeitsplatz bei.

Praxis-Tipp:
Liegt die Maus weiter entfernt als die Tastatur, ziehen Sie beide Arbeitsmittel näher zusammen. Schon wenige Zentimeter kürzere Greifwege entlasten Schulter und Nacken bei mehreren tausend Mausbewegungen pro Arbeitstag deutlich.

Sind Handballenauflagen grundsätzlich ergonomisch sinnvoll?

Nicht unbedingt. Handballenauflagen können während kurzer Pausen sinnvoll sein. Beim eigentlichen Tippen sollten die Handgelenke jedoch möglichst frei beweglich bleiben und nicht dauerhaft auf einer Auflage aufliegen, da dies den Druck auf Sehnen und Nerven erhöhen kann.

Welche Vorschriften sind maßgeblich?

Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich insbesondere aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), der ASR A6 – Bildschirmarbeit, der DGUV Information 215-410 – Bildschirm- und Büroarbeitsplätze, der DIN EN ISO 9241 – Ergonomie der Mensch-System-Interaktion sowie der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV).

Ergänzende Fachinformationen bieten insbesondere:

DGUV Information 215-410 – Bildschirm- und Büroarbeitsplätze
https://publikationen.dguv.de/

ASR A6 – Bildschirmarbeit
https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/ASR/ASR-A6.html

Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
https://www.gesetze-im-internet.de/arbst_ttv_2004/

BAuA – Bildschirmarbeit ergonomisch gestalten
https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Bildschirmarbeit/Bildschirmarbeit_node.html

DIN EN ISO 9241 – Ergonomie der Mensch-System-Interaktion
https://www.beuth.de/