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Hinweis

Diese Antwort dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Prüfung des konkreten Einzelfalls. Maßgeblich sind die aktuellen Vorschriften und betrieblichen Bedingungen.

Stand: Juli 2026 Redaktionelle Hinweise
Computerarbeitsplatz

Wie weit sollte der Bildschirm vom Auge entfernt sein?

4 Min. Lesezeit · SafeHeroX Wissensdatenbank

Auf einen Blick

Der richtige Abstand zwischen Augen und Bildschirm ist entscheidend für ergonomisches Arbeiten und kann Augenbeschwerden, Nackenverspannungen sowie Kopfschmerzen deutlich reduzieren. Als Faustregel gilt ein Sehabstand von etwa 50 bis 80 Zentimetern. Der optimale Abstand hängt jedoch von der Bildschirmgröße, der Auflösung sowie den individuellen Sehgewohnheiten ab.

Bildschirmarbeit gehört heute in nahezu jedem Büro zum Arbeitsalltag. Viele Beschäftigte verbringen täglich mehrere Stunden vor dem Monitor. Ist der Bildschirm zu nah oder zu weit entfernt aufgestellt, müssen Augen, Nacken und Schultern dauerhaft zusätzliche Arbeit leisten. Die Folge können trockene Augen, verschwommenes Sehen, Kopfschmerzen oder schmerzhafte Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich sein.

Der optimale Bildschirmabstand beginnt in der Regel bei etwa 50 Zentimetern und kann bei größeren Monitoren bis zu 80 Zentimeter oder mehr betragen. Eine einfache Orientierung bietet die sogenannte Armlängenregel. Sitzt man aufrecht auf dem Bürostuhl und streckt einen Arm aus, sollten die Fingerspitzen ungefähr den Bildschirm erreichen. Dieser Abstand ist für viele Bildschirmgrößen gut geeignet.

Neben dem Abstand spielt auch die Bildschirmhöhe eine entscheidende Rolle. Die obere Bildschirmkante sollte sich ungefähr auf Augenhöhe oder leicht darunter befinden. Dadurch bleibt der Kopf in einer natürlichen Position leicht nach vorne geneigt, was die Nackenmuskulatur entlastet. Ist der Bildschirm zu hoch eingestellt, wird der Kopf dauerhaft angehoben. Ist er zu niedrig, neigen viele Beschäftigte den Oberkörper oder den Kopf dauerhaft nach vorne.

Auch die Ausrichtung des Bildschirms beeinflusst die Ergonomie. Der Monitor sollte möglichst mittig vor dem Körper stehen. Wird dauerhaft seitlich auf den Bildschirm geschaut, entstehen häufig einseitige Belastungen der Halswirbelsäule. Bei mehreren Monitoren sollte der hauptsächlich genutzte Bildschirm direkt vor der Person stehen. Werden beide Monitore gleich häufig genutzt, empfiehlt sich eine symmetrische Anordnung.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Größe der Schrift. Viele Beschäftigte verkleinern Texte unnötig stark, um mehr Inhalte auf dem Bildschirm darstellen zu können. Dadurch beugen sie sich unbewusst nach vorne oder verringern den Bildschirmabstand. Sinnvoller ist es, die Schriftgröße oder die Anzeigeeinstellungen des Betriebssystems anzupassen. Moderne Monitore bieten ausreichend Auflösung, sodass größere Schriften problemlos genutzt werden können.

Auch Spiegelungen und Blendungen sollten vermieden werden. Fenster oder starke Lichtquellen dürfen sich möglichst nicht direkt hinter oder vor dem Bildschirm befinden. Blendungen zwingen die Augen zu ständigen Anpassungen und führen häufig zu schneller Ermüdung. Gegebenenfalls helfen verstellbare Jalousien oder eine veränderte Position des Arbeitsplatzes.

Neben einer ergonomischen Bildschirmeinstellung benötigen auch die Augen regelmäßige Erholung. Wer mehrere Stunden konzentriert auf den Monitor blickt, blinzelt deutlich seltener. Dadurch trocknet die Augenoberfläche schneller aus. Experten empfehlen deshalb die sogenannte 20-20-20-Regel: Etwa alle 20 Minuten sollte für 20 Sekunden auf einen mindestens 20 Fuß (etwa sechs Meter) entfernten Punkt geschaut werden. Diese kurze Entlastung hilft den Augen, sich zu entspannen.

Ein ergonomisch eingestellter Bildschirm verbessert nicht nur die Gesundheit, sondern häufig auch die Konzentration und Arbeitsqualität. Schon kleine Veränderungen bei Abstand, Höhe oder Blickrichtung können Beschwerden deutlich reduzieren und langfristig Muskel- und Skeletterkrankungen vorbeugen.

Praxis-Tipp: Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Bildschirmabstand und die Bildschirmhöhe. Können Sie Texte nur lesen, indem Sie sich nach vorne beugen, sollten Sie nicht näher an den Bildschirm rücken, sondern die Schriftgröße oder Skalierung erhöhen. Das entlastet Augen, Nacken und Rücken dauerhaft.

Welche Bildschirmhöhe ist ideal?

Die obere Bildschirmkante sollte sich ungefähr auf Augenhöhe oder leicht darunter befinden. Der Blick fällt dadurch leicht nach unten, wodurch die Halswirbelsäule entlastet wird. Gleichzeitig sollte der Bildschirm mittig vor dem Körper stehen und weder gedreht noch seitlich versetzt sein.

Welche Vorschriften sind maßgeblich?

Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich insbesondere aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) sowie den Technischen Regeln für Arbeitsstätten – ASR A6 „Bildschirmarbeit“.

Ergänzende Fachinformationen bieten insbesondere:

DGUV Information 215-410 – Bildschirm- und Büroarbeitsplätze – Leitfaden für die Gestaltung (PDF)
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/409

DGUV Information 215-442 – Ergonomie im Büro – Fragen und Antworten (PDF)
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/3768

BAuA – Bildschirmarbeit und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Bildschirmarbeit/Bildschirmarbeit_node.html